13.05.2019 08:59

Tagesausflug der Bereiche Garten- und Landschaftsbau und Tischlerei


Ein bewegender Bericht unseres Mitarbeiters Rudi Horper.

300 Tage und 300 Nächte, 60 Millionen Geschosse und vermutlich weit mehr als 400.000 tote junge Männer, die ihr Leben noch vor sich hatten. Soweit die nackten , erschreckenden, unvorstellbaren  Zahlen der Schlacht von Verdun aus dem Jahre 1916.

Zahlen, über die im Sozialkundeunterricht der Gärtner und Tischler des Euro-BBW gesprochen wurde.  Zur Vertiefung des Gelernten war nun ein Ausflug an die Schlachtfelder und Stätten des Grauens aus dem Jahre 1916 geplant. So machten wir uns gegen 7:30 Uhr mit einer Gruppe von etwa 35 Personen auf nach Verdun in Frankreich. Nach einer gut zweistündigen Busfahrt kamen wir in Verdun an und unsere Reiseführerin Ingrid stieg zu uns in den Bus. Man merkte gleich, dass sie ein enormes Wissen über die politischen Zusammenhänge damals und besonders die Schlacht von Verdun hatte. Waren manche anfangs noch skeptisch, so schaffte es Ingrid doch allmählich, alle mit ihren Berichten und Schilderungen in ihren Bann zu ziehen.

Schon aus dem Bus heraus war die zerklüftete Landschaft, bestehend aus Granatentrichtern und Unebenheiten deutlich zu erkennen. „ Kein Zentimeter Boden, der nicht durch eine Sprengladung umgewälzt wurde“, so Ingrid in ihrer Erzählung. Erster Stopp war dann am Gebeinhaus von Douaumont, einem riesigen Mahnmal in Form eines bis zum Schaft in der Erde steckenden Schwertes, welches  „Frieden“ symbolisieren soll.  Ein Ort der Stille mit den Gebeinen von 140.000 namenlosen, unbekannten gefallenen Soldaten, denen hier ihre letzte Ehre erwiesen wird. Daneben ein Friedhof mit 16.000 Gräbern von Gefallenen. Hier haben Angehörige einen Ort der Trauer und der Gewissheit. Wer wollte, konnte noch auf den Turm steigen, von dem man einen weiten Ausblick über die beschriebene Landschaft hatte.

Nach einer Mittagspause ging es dann weiter ins Memorial de Verdun, einem Museum. Hier war in multimedialer Form die Schlacht von Verdun aufbereitet. Es gab viele Informationen zu dieser Zeit in Wort, Schrift und Darstellungen. Die vereinbarte Stunde war viel zu kurz und gerne hätten wir uns noch etwas länger dort informiert, aber der Tagesplan sah anderes vor. Weiter ging es dann Zur Festung „ Fort Douaumont“, einer von vielen  Abwehranlagen der französischen Verteidigungslinie. Ingrid führte uns auf zwei Ebenen sicher durch Kasematten, Munitionsräume und andere Funktionsräume. Hierbei erzählte sie in lebendiger Form kleine, erschreckende Geschichten, die uns glauben ließen, sie wäre selbst ein Zeitzeuge des Geschehenen.

Die Schlacht von Verdun – ein mahnendes Beispiel einer sinnlosen Materialschlacht, die auch unsere Schüler schwer beeindruckt hat. Für alle Teilnehmer eine informative, aufregende Tagesfahrt, die einem die Tragweite und Sinnlosigkeit eines Krieges ein Stückchen näher gebracht hat. Sicherlich hat der ein- oder andere an diesem erlebnisreichen Tag mit einer Gänsehaut daran gedacht, wie gut es ist, dass wir im Jahre 2019 in einem friedlichen, geeinten Europa leben dürfen. 

Nach vielen, auch emotionsgeladenen Eindrücken kamen wir um 19:00 Uhr müde, aber voll mit Eindrücken wieder in Bitburg an.

Eindrücke des Ausflugs nach Verdun