15.05.2017 15:20

Wanderung durch Kyllburg

Ein Bericht unseres Wohngruppenbetreuers Stefan S.

Es war ein schöner warmer Frühlingstag, als eine Gruppe unserer Teilnehmenden mit ihrem Betreuer beschloss, eine Wanderung durch Kyllburg zu machen. 15 Kilometer von Bitburg entfernt liegt Kyllburg im nördlichen Teil der Südeifel.

Die von Wald umgebene Stadt ist vor allem bei Wanderern aufgrund ihrer geschwungenen Bergkuppen sehr beliebt. Auch wir mussten nach kurzer Zeit feststellen, dass die Berglandschaft die Gegend prägt. Denn nachdem wir am Kyllburger Bahnhof starteten, ging es direkt bergauf. Schon zu Beginn konnten wir einige Sehenswürdigkeiten erkennen, wie zum Beispiel den Kyllburger Tunnel, der Züge über 218 Meter durch den Berg führt. Ein paar Schritte weiter findet man die Kyllbrücke, die über den durchfließenden Bach Kyll führt und von der man einen wunderschönen Ausblick auf die Stiftskirche hat, zu der wir uns anschließend begaben.

Der Weg zur Stiftskirche führt steil nach oben durch die Stadt, über einige freie Stellen. Vom Geländer aus hat man eine schöne Aussicht auf die Gegend. Doch auch ein paar zerfallene, verlassene Häuser und Geschäfte trüben die Atmosphäre. Die Stadt scheint aufgrund ihrer Einwohnerzahl und der steilen Lage keine guten Geschäfte zu machen. Da ist es ein Lichtblick - was ich nach einigen Recherchen herausgefunden habe - dass momentan eine Sanierungsaktion läuft, die die Stadt hoffentlich wieder im alten Glanz erstrahlen lässt. 

Wenn man von weit oben in den Horizont blickt, kann man die Mariensäule, die zu Ehren der Mutter Gottes erbaut wurde, sehen. Auf dem Weg kamen wir auch noch an der Kyllburg vorbei. Sie wurde im Jahre 1239 durch den Trierer Erzbischof Theoderich zum Schutz des Trierer Erzbistums gegen die Dynasten von Malberg erbaut und wenig später in die Befestigung des Ortes einbezogen. Heute ist allerdings nur noch der 23 Meter hohe Bergfried davon übrig, auf dem eine Besichtigungsplattform steht. Ob man diese betreten kann, konnten wir nicht überprüfen, denn der Weg führte uns weiter den Berg hinauf. Endlich an der Spitze angekommen konnte man die Stiftskirche schon sehen. Doch etwas anderes erweckte unsere Aufmerksamkeit: Vor der Kirche war ein kleiner Platz mit mehreren Grabsteinen zu sehen. Auf einer Tafel konnte man lesen, dass es sich um einen Friedhof zu Ehren der im Zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten handelte. 

Nachdem wir uns genauer umgesehen hatten, schritten wir schließlich weiter zur Stiftskirche. Sie wurde 1276 durch Erzbischof Heinrich II im Gotischen Still erbaut. Sie gilt als einer der besten Stücke, die die flandrisch-kölnische Frührenaissance hervorgebracht hat Nach einer Besichtigung des Inneren der Kirche, ging es zunächst erstmal zurück ins Dorf. An einem weiteren Hang entdeckten wir eine weitere Kirche, die als evangelische Ortskirche gilt, und eine Wandertafel, die wir genauestens studierten. Unser Ziel stand fest: Wir wollten das Zisterzienserkloster St. Thomas besichtigen. Also ging es zunächst wieder den Berg hoch. Erst steil und dann recht flach. An einem leider verfallenen Kneipp-Becken und einer Häuserreihe mit wundervollen Gärten vorbei, kann man von weitem das Schloss Malberg sehen. Dieses barocke Schloss wurde von einem venezianischen Architekten namens Matteo Alberti erbaut und gilt deshalb als das Stück Venedig in der Eifel. 

Richtung Schloss gingen wir leider nicht - stattdessen steil den Malberg hinauf. Auf der Spitze angekommen, machten wir zunächst eine Pause an einer Weggabelung, ehe wir uns in den tiefen Wald begaben. Dort hatten wir leider den Weg nach St. Thomas verloren, aber weniger spannend war er dadurch nicht: Er führte uns durch eingeknickte Bäume, steile Hänge und sogar zu einem Grabstein, der mitten im Wald stand, und zur Ruine einer Mauer oder einer Burg. Zwischen den Bäumen konnte man die Kyll sehen, der wir folgten, bis wir den Bahnhof wieder erreichten. 

Stationen der Wanderung