14.12.2016 11:04

Mitarbeitende des Isle of Wight College zu Gast im Euro-BBW

Kaum kehrten unsere beiden Mitarbeitenden von der Isle of Wight in England zurück, da reisten auch schon drei MitarbeiterInnen vom Isle of Wight College ihrerseits hinterher, um sich bei uns im Euro-BBW eine Woche lang mit den verschiedenen Formen des deutschen dualen Ausbildungssystems und der beruflichen Rehabilitation von jungen Menschen mit Behinderungen vertraut zu machen.

Kaum kehrten unsere beiden Mitarbeitenden von der Isle of Wight in England zurück, da reisten auch schon drei MitarbeiterInnen vom Isle of Wight College ihrerseits hinterher, um sich bei uns im Euro-BBW eine Woche lang mit den verschiedenen Formen des deutschen dualen Ausbildungssystems und der beruflichen Rehabilitation von jungen Menschen mit Behinderungen vertraut zu machen. Hier erwartete sie nicht nur ein vollgepacktes Programm, sondern auch strahlender Sonnenschein, so dass sie ähnliche Wetterbedingungen vorfanden wie unsere KollegInnen bei ihrem Aufenthalt auf der englischen Insel. 

Donna, Isabel und Matthew wurden bei uns zunächst ausführlich über die Ziele und Aufgaben des Euro-BBW informiert und durchs Haus geführt. Auch die Struktur des Reha-Prozesses, die Förderplanung im Reha-Team und die Abläufe in den berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen des Euro-BBW wurden erläutert und diskutiert. Zudem nahmen unsere englischen Gäste an Schulstunden der Berufsschule im Hause teil und diskutierten die verschiedenen Ausbildungssysteme, aber auch Strategien zur Vermeidung von Extremismus bei jungen Menschen.

Interessante Grundlageninformationen über das deutsche duale System gab freundlicherweise Frau Alexandra Lossjew von der IHK Trier. Danach stand die Vielfalt des deutschen Ausbildungssystems auf dem Programm. 

Herr Gärtner und Herr Kaiser von der „learn-factory“ des Caritasverbandes Trier stellten ihren Ausbildungsladen „einzigart“ vor, der von Jugendlichen mit Unterstützungsbedarf unter Anleitung von FachausbilderInnen in der Trierer Innenstadt bewirtschaftet wird - und sogar als Best Practice Projekt im Bundesbildungsbericht 2008 ausdrücklich erwähnt wurde. Hier wird einerseits außerbetrieblich ausgebildet, andererseits wird assistierte Ausbildung angeboten, um auch junge Menschen mit Startschwierigkeiten passend unterstützen zu können. 

Die Kunstprojekte „Bau-Art“ und „Kunst-Bau-Steine“ der Selbsthilfeorganisation Club Aktiv in Trier führen Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen behutsam wieder zurück in den Arbeitsmarkt. Frau Zuzanna Urbanicova schilderte, wie in diesem Projekt mit Hilfe der Kombination von künstlerischer Gestaltung und Handwerk die Chance gegeben wird, schrittweise beruflich (wieder) Fuß zu fassen. 

Das Berufsbildungszentrum bebiz in Bitburg wiederum bietet u.a. im ersten Lehrjahr überbetriebliche Ausbildung für Azubis führender Unternehmen der Region an. Herr Ehl, Direktor des Zentrums, informierte umfassend über seine Organisation sowie über ein Projekt neueren Datums, in dem junge, teils noch minderjährige Flüchtlinge auf den deutschen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt vorbereitet werden, um ihnen langfristig eine berufliche Perspektive in unserem Land zu bieten.

Unsere Gäste waren sichtlich beeindruckt  von der transparenten Struktur des dualen Systems in Deutschland und den national gültigen, qualitativ hochwertigen Abschlüssen. Sie nahmen viele Eindrücke und neue Ideen mit ins Königreich. Besonders angetan waren sie von den vielen Möglichkeiten, auch in einer Sondereinrichtung wie dem Euro-BBW reale berufliche Arbeitserfahrung zu sammeln, und von den offenen Gesprächen, die sie mit unseren Auszubildenden führen konnten – aber auch von den landschaftlichen Reizen der Region und der Gastfreundschaft ihrer BewohnerInnen! 

Neben intensiven Gesprächen durfte natürlich auch das Wissen um die kulturellen Besonderheiten der Region nicht zu kurz kommen. Dies wird im EU-Programm Erasmus+ auch ausdrücklich unterstützt. Sowohl die Inszenierung „Im Reich der Schatten“ im Rheinischen Landesmuseum Trier, die die BesucherInnen auf eine Zeitreise in die römische Unterwelt schickte, als auch eine Stadtführung zu den Trierer Stätten des Weltkulturerbe und den Schauplätzen des Dritten Reichs standen auf dem Plan. Neben einem Besuch des Trierer Weihnachtsmarktes sorgte eine Weinprobe in einem Bio-Weingut an der Mosel für dringend benötigte Erholung – aber auch für eine Gelegenheit, die Möglichkeiten zukünftiger gemeinsamer Projekte und Austausche nach der Brexit-Entscheidung des britischen Volkes auszuloten. 

Wir waren uns einig, dass unsere Kooperation nach Möglichkeit ausgebaut werden sollte. So werden wir gleich im nächsten Jahr wieder MitarbeiterInnen auf die Isle of Wight schicken – und wir freuen uns schon sehr darauf!